30 Tage intensiv Training im Gelände


 

 

Warum habe ich mich dazu entschlossen Lui in den kommenden 30 Trainingseinheiten im Gelände zu trainieren?

 

Als ich Lui vor gut 1,5 Jahren zu mir kam, war er ein außerordentlich stark emotionales Pferd.

Sprich Eigenschaften wie Skepsis, Panik, Verspannung, Unruhe und auch Hypersensibilität waren bei ihm extrem ausgeprägt.

 

Das bedeutet, dass Lui´´ s Muskeltonus beim Umgang mit dem Menschen (sowohl vom Boden wie auch vom Sattel aus) überdurchschnittlich nach oben schnallte. 

Jedoch bereiteten ihm nicht nur die Bewegungen des Menschen und dessen Anfragen Angst, sondern auch jegliche Veränderungen oder Bewegungen in der Umwelt.

Egal, ob dies Geräusche, Bewegungen, … waren.

 

Hier einige Beispiele aus beiden Bereichen:

  • Armbewegungen von Menschen
  • Bewegungen mit dem Equipment
  • Berührungen des Reiters mit den Händen, Beinen
  • Zügel anheben
  • Schatten vom Hallenlicht
  • Am Boden liegende Springstangen
  • Am Boden liegende Baumstämme
  • Planen und Co.
  • Traktoren
  • ...

 

Seit Lui nun bei uns im EQUISIT Programm ist, hat sich wahnsinnig viel getan.

Er wurde unglaublich viel mutiger, ausgeglichener, aufmerksamer und auch sensibler und dies, sowohl in der Herde, in der Halle, wie auch im Gelände.

  • Er kann nun über Stangen und Planen gehen + springen 
  • Er kann Planen und Klappersäcke hinter sich herziehen 
  • Man kann während des Reitens eine Plane über ihn legen
  • Zügel anheben, sowie sämtliche Bewegungen des Reiters bereiten ihm keine Angst mehr
  • Schatten kann er nun meist einwandfrei und mutig händeln
  • ausgeglichene Strandritte in allen 3 GGA 
  • er kann nach anfänglicher Angst ins Meer mit kleinen Wellen gehen
  • ...

 

Auch wenn er in der Herde und beim Training in der Halle/Reitplatz so große, positive Veränderungen durchlaufen hat, ist er nach wie vor ein ungewöhnlich extrem emotionales und verängstigtes Pferd.

Am meisten zeigt sich diese Angst, wenn man Lui im Gelände reitet.

 

Es gibt Tage an denen er einwandfrei den Hof verlässt und dies sowohl mit oder auch ohne Begleitpferd.
Sobald es allerdings merkt, dass es nur 10 cm in Richtung Heimat geht, wird er in der Regel immer noch emotional und würde am liebsten nach Hause rennen.
Die hierbei aufkommende Angst macht sich durch seine extrem angespannte Muskulatur bemerkbar, wodurch er meist seinen Kopf hochreißt, die Halswirbelsäule nach vorne drückt (Giraffenposition), Zitronenlippen formt, seine Augen weit aufreißt, stark schwitzt, harte und steife Bewegungen hat, flach + angespannt atmet und sehr häufig + in Kombination mit Durchfall äpfelt.
Dann gib es aber auch Tage, an denen er den Hof 200 m verlässt und vor lauter Angst keinen weiteren Schritt ins Dorf gehen möchte, was sich soweit hochspielen kann, sodass er an manchen Tage nicht einmal den Hof oder die Reithalle verlassen möchte. 
Das heißt sobald er merkt, dass wir ins Gelände reiten wollen, zieht er schlagartig seine Handbremse an und geht keinen Schritt mehr vorwärts.
Fragt man ihn dann erneut für Vorwärts, so geht oder rennt er rückwärts, steigt oder pusht einen in Gegenstände.
Mit den dementsprechenden Strategien von EQUISIT, kann man seinen Mut wieder so steigern, dass er nach einigen Minuten mit einem doch ins Gelände reitet, jedoch immer mit einer überdurchschnittlich großen Portion an Angst.

In den vergangenen Jahren sind wir dieses Thema mehrmals angegangen, jedoch bisher noch nie mit der Trainingsintensität, um dieses Problem für Lui komplett au der Welt zu schaffen.

 

Beobachtet man Lui in seinem Herdenalltag, so bemerkt man auch hierbei eine überdurchschnittlich hohe Angstbereitschaft, die sich beispielsweise selbst in seinen "Schlaf-, Ruhepositionen" bemerkbar machen. 

Hier befindet er sich meist in einer Art "Giraffenhalsposition". Sprich er hat einen erhöhten Muskeltonus, eine sehr hohe Genickposition, eine nach vorne gedrückte Halswirbelsäulenposition und dies meist egal, ob er im Stehen oder im Liegen schläft.

 

Da ich Lui´ s ``´´Angst Thema nun Schritt für Schritt aus der Welt schaffen möchte, möchte ich ihm nun mit seiner größten Angst sehr intensiv helfen - DEM GELÄNDE.

Ich habe die Hoffnung, dass er den hierbei erlernten Mut nicht nur in seine Trainingseinheiten in der Halle/auf den Reitplatz mitnimmt, sondern auch in seinen Herdenalltag.

 

 

Somit habe ich mich für ein 30 Tage Intensiv-Trainings-Projekt im Gelände entschieden.